Völlig überraschend hat die
Schweizer Notenbank den seit über drei Jahren geltenden Euromindestkurs fallen
gelassen. Er beinhaltete, dass der Kurs nicht unter 1,20 Schweizer Franken
fallen durfte. Nun wurde beschlossen, dass es keinen Mindestkurs mehr gibt und
somit wurde der Schweizer Franken sich selbst und den Börsenregularien überlasse.
In rasantem Tempo sank der
Frankenkurs. Wobei der Schweizer Franken in der Spitze um bis zu 30% gegenüber
dem Euro zugelegt hatte.
Letztendlich pendelte sich
der Schweizer Franken ein, was zur Folge hatte, dass der Euro und der Schweizer
Franken gleichgestellt wurden.
Die Schweizer Nationalbank
musste so schnell und unvermittelt handeln, da sie die Spekulanten vom
Börsenmarkt abhalten wollten und um nicht noch mehr Gelder zu verlieren .
Doch ganz so überraschend
war die Aktion nun doch wieder nicht, denn letzten Sonntag wurde der Ökonom
Ernst Baltensperger in der Neuen Züricher Zeitung interviewt . Er forderte die
Kopplung des Frankens an den Euro aufzugeben und die Währung lieber an einen
Währungskorb zu koppeln. Innerhalb der Schweiz wurde darüber stark diskutiert,
doch die Schweizer Notenbank nahm keine Stellung dazu. Und auch die EU nahmen
keine Notiz davon.
Nachdem die Europäische
Zentralbank den Euro dadurch zu stützen versuchte, indem sie den Leitzins
ständig senkte, legte viele Anleger ihr Geld in einer stabilen Währung an. Dazu
bot sich insbesondere der Schweizer Franken an.
Eigentlich war es absehbar,
dass die Schweizer Nationalbank irgendwie auf die Leitzinssenkungen der
Europäischen Zentralbank reagieren musste, um ihren Schweizer Franken zu stützen.
Auf die schweizer Firmen,
die auf europäische Investoren angewiesen sind, können schwierige Zeiten zukommen.
Für die schweizer
Bevölkerung hat der Schweizer Franken sich um nun etwa 20% gegenüber dem Euro
verbessert, was einen Einkommensanstieg gleichkommt. Die daraus resultierende
Kauflust zeigt sich derzeit in Österreich und in Deutschland.
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