Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung soll
ab Morgen, Montag, den 20.10.2014 ein Impfstoff von Kanada nach Genf zur
Weltgesundheitsorganisation WHO geliefert werden. Dieser Impfstoff wird dann
gegen das Ebola-Virus eingesetzt werden. Die gekühlten 800 Einheiten werden in
drei getrennten Lieferungen von Kanada nach Genf gesendet.
Nach zehnjähriger Forschung und positiven Tierversuchen,
wird der Impfstoff nun am Menschen getestet. Für wieviel Menschen die Menge an
Impfstoff ausreicht ist unklar, denn es gibt laut Behörden keinerlei
Erfahrungswerte.
Obwohl Kanada bereits im August liefern
hat können, sind die Impfstoffe noch vor Ort, denn es wurde noch über ethische
und logistische Fragen gestritten. Das US-Unternehmen NewLink Genetics, das die
Lizenz für die kommerzielle Nutzung des Impfstoffes besitzt, hat bereits im
August angekündigt, innerhalb von ein bis zwei Monaten zehntausende Einheiten
des Mittels fabrizieren zu können.
Über die WHO soll nun der Impfstoff mit
dem Namen VSV-EBOV für die in Afrika erkrankten Menschen angewendet werden.
Natürlich forschen auch andere Unternehmen
fieberhaft an einem Impfstoff, doch hinken diese weit hinterher. So hat der
britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline am Samstag erklärt, dass sie mit ihren
Forschungen schneller vorankämen, als bisher angenommen. Falls alles gut läuft,
kann das medizinische Personal in Afrika ab 2015 geimpft werden.
Von heute bis Mittwoch findet in Berlin
der Weltgesundheitsgipfel statt. Es wird dabei um aktuelle Entwicklungen in der
Medizin gehen. Tausende Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft und
Zivilgesellschaft werden zu diesem Gipfel erwartet. Ein Schwerpunkt ist das
Ebola-Virus und es werden Strategien zur Bewältigung der Epidemie zu besprechen
sein.
Meiner Meinung nach ist es ethisch kaum
vertretbar, einen Impfstoff an Menschen zu testen, deren Einverständnis wohl
kaum gegeben worden ist. Allerdings muss man bei der Ebola-Epidemie, die
unaufhaltsam und rasant ihre Kreise zieht, globaler denken. Da ist das
Schicksal einzelner, an irgendwelchen Nebenwirkungen eines noch nicht ganz
ausgereiften Impfstoffes zu erkranken oder evtl. doch noch zu Tode zu kommen,
gegenüber dem Schicksal der gesamten Weltbevölkerung als verschwindend klein zu
bezeichnen.
Bis dann,
Sonny
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