Donnerstag, 27. November 2014

Ehemaliger Ministerpräsident verhaftet



Erstmals ist ein ehemaliger Ministerpräsident aus den EU-Staaten verhaftet worden. Es handelt sich um den portugiesischen José Sócrates. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Steuerhinterziehung, Korruption und Geldwäsche vor.

Sócrates ist zwar nicht der Einzige Berühmte mit derartigen Vorwürfen, aber er ist der Bekannteste.

Als Vorsitzender der Sozialistischen Partei Portugals war er im Jahr 2011 mitverantwortlich für die Misswirtschaft im Immobilienwesen. Das letztendlich in den Staatsbankrott Portugals mündete und nur mittels Europäischem Rettungsschirm aufgefangen werden konnte. Nur mühsam und mittels großen Sparmaßnahmen hat sich Portugal bis zum Frühjahr 2014 erholen können. Das war auch dem neuen Ministerpräsidenten Coelho zu verdanken.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Bevölkerung nicht unglücklich über die vor zwei Tagen stattgefundene Festnahme Sócrates war. Ihn allerdings traf sie völlig überraschend auf dem Lissaboner Flughafen, als er von einer Auslandsreise zurückkehrte.

Es fand auch eine Hausdurchsuchung in seiner Luxusvilla statt. Einzelheiten sind noch keine bekannt.

Die Medien spekulierten schon früher wie Sócrates die rund drei Millionen Eurovilla in Paris finanziert habe.

Auch das aktuelle portugiesische Kabinett rund um Coelho wird von der Staatsanwaltschaft untersucht.

Um den maroden Immobilienmarkt anzukurbeln können Nicht-EU-Mitglieder sich ein Aufenthaltsrecht für Portugal erkaufen. Dazu müssen sie mindestens eine halbe Million Euro bezahlen. Dies wird besonders von reichen Russen und Chinesen genutzt.

Dem vor einer Woche zurückgetretenen Innenminister Miguel Macedo wird vorgeworfen, dass er bei der Vergabe von Dauervisa für Ausländer Korruption akzeptiert habe. Ob und in wie weit er sich dabei selbst bereichert hat, ist bis lang noch unklar.



Leider gibt es immer wieder Korruption in der Regierung einzelner Staaten. Doch finde ich es umso schlimmer, wenn der Staat eh schon fast bankrott ist, und nur noch mittels Gelder anderer Länder unterstützt werden kann. Letztendes sind es doch Steuergelder, die von redlich arbeitenden Bürgern erhoben werden um das Ganze finanzieren zu können. Sie sollten dann wirklich zum Überleben des anderen Landes eingesetzt werden und nicht zur Bereicherung Einzelner dienen und somit nicht schlicht weg verschleudert werden!




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